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L+S Ensemble
Pressestimmen zu den beiden ersten Programmen:
 
 
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Pressestimmen zu den beiden ersten Programmen:

 

Alles ist so meilenweit von Fastfood-Kabarett und Comedy-Bespaßung entfernt, (…) für Neugierige ist er Pflicht, dieser fulminante Wirbelsturm aus Sprachspiel, grandioser Musikalität, darstellerischer Brillanz und dramaturgischer Wucht“. Süddeutsche Zeitung

 

„Das alles und noch viel mehr machen zuversichtlich, dass die „Kulturklitsche“ so viel Zukunft vor sich hat wie schon lange nicht mehr“

Abendzeitung München

 

„Da erzählt auch schon Mal der reine Laut von einer dem Aberwitz zugetanen Weltsicht im grotesken Geiste Dadas. Oder aber das Wort wird auch mal lautmalerisch-sprachjonglierend zum Klingen gebracht. Das ist hübsch spielerisch. Und mehr als das. Weil im Absurden ganz beiläufig die Aktualität aufscheint. Schon früh am Abend wird so das ungeheure Potential des neuen Ensembles erkennbar.“ Bayern 2

 

„Kabarett, wie es die neue Lach- und Schießgesellschaft auf die Bühne bringt, ist ein nationales Kulturgut, das das keines Exportschutzes bedarf“

FAZ

 

" Es steckt viel "Ulan & Bator" in diesem neuen Münchner Lach- und Schießgesellschafts-Ensemble. Das könnte ein guter Einstieg in die Besprechung des Kabarettabends im nahezu ausverkauften Freiburger Vorderhaus sein – gesetzt den Fall, Sie kennen "Ulan & Bator". Also lieber anders anfangen – obwohl: Es wird auch auf der Bühne viel vorausgesetzt; gewöhnen Sie sich also lieber schon mal daran.
Sebastian Rüger, Frank Smilgies (die auch als Duo "Ulan & Bator" bekannt geworden sind) und Caroline Ebner sind gelernte und brillante Schauspieler. Rüger und Smilgies trommeln zudem beide. Alle drei hören auf den Musiker und Komponisten Norbert Bürger – jedenfalls, was den Takt ihres zweistündigen Kabarettprogramms mit Musik angeht. Manchmal kommen sie einem wie Astrid Lindgrens "Kinder aus der Krachmacherstraße" vor: Koffer und Becken werden mit Stöcken malträtiert, die E-Gitarre jault und flüstert, hohe Töne sind Caroline Ebners Spezialität, nicht nur am Flügel. Unberechenbar, anarchisch, dadaistisch – diese Zuschreibungen fallen einem nicht nur ein, wenn man diese gute, laute Musik hört. Auch die Texte, die das Lach- und Schießgesellschafts-Ensemble zum Besten gibt – in jeder denkbaren Kombination, vom Solo bis zum Quartett – sind so. Das ist politisches Kabarett weitergedreht, auf eine Ebene gehoben, die keine klassischen Parodien mehr benötigt und keine eloquenten Vorträge nach dem Motto: Der Kabarettist erklärt die Welt.

 Dafür braucht dieses Kabarett aber ein Publikum, das mitdenkt und sich in eben dieser Welt auskennt. Das Kulturgutschutzgesetz wird da zum Thema einer Nummer mit zwei Zöllnern am Flughafen, natürlich kommen die Flüchtlinge mehrfach vor, der griechische Staatschef (Caroline Ebner beherrscht viele Sprachen!) beweint die unbarmherzigen Europäer, der Nestlé-Chef erstickt in einer Sauerstoff-Zelle, weil er nach dem Reibach mit dem Wasser versucht hat, nun auch die Luft zum Atmen zu privatisieren.

Es macht Spaß, diese vier auf der Bühne zu erleben, schon alleine deshalb, weil auch sie gemeinsam so viel Spaß auf der Bühne haben. Das Niveau der Unterhaltung ist hoch, weshalb man im Zuschauerraum nicht ständig kichern oder sich auf die Schenkel klopfen muss. Dennoch ist auch Platz für kleine Albernheiten – etwa, wenn man dem Proletenpaar beim Strandurlaub zuhört, das einen intellektuellen Säugling dabei hat, oder wenn ein Witz einfach seine Pointe nicht findet.

> "Wer sind wieder wir" heißt das Programm des Münchner Ensembles, und das Quartett eröffnet und schließt mit diesem – gesungenen – Motto den bereichernden Abend. Da heißt es, genau hinzuhören – sonst entgeht einem womöglich das Aktuelle im Absurden: Schade wär’s.

Badische Zeitung, 12.04.2016

 

"- Ein Abend zwischen philosophischen Wortspielen, genialen Musikstücken, bösen Texten und witzigen Kalauern: Die Münchner Lach- und Schießgesellschaft gastierte am Sonntag im Freisinger Lindenkeller. Es war das Heimspiel für Norbert Bürger, den Mann, auf dessen musikalische Brillanz das restliche Trio, bestehend aus Caroline Ebner, Sebastian Rüger und Frank Smilgies, baut.

Eine Art Opern-Ouvertüre mit Heavy Metal-Passagen – schon zum Einstieg ist klar, wo die Reise mit dem neuen Quartett der Lach- und Schießgesellschaft hingeht: ins Absurde, ins Groteske, ins Überraschende. Und auch gleich am Anfang wird klar, wieso das Programm „Wer sind wieder wir“ heißt: Eine gnadenlos verwirrende und dabei doch vor Wahrheit und tiefen Einblicken und Erkenntnissen strotzende Satzakrobatik zeigt, dass „wir wieder wer sind“, wir uns aber fragen müssen, ob wir wieder so sein wollen. 

Solche tiefschürfenden Nummern, das ist die eine Seite der Lach- und Schießgesellschaft. Da darf zum Beispiel ein Ruhrpottler eine Erlebnisreise buchen, kann sich aber zwischen Syrien und dem IS, dem Terror in Afrika, Auseinandersetzungen in der Ukraine und echten Piraten nicht entscheiden. Und dann gibt es da noch die Politikersatire: Ebner, die zwar meist die Schwäbische gibt, brilliert als Tsipras-Imitatorin („Wir schitschen in die Cheische“), Bürger macht den Söder – indem er sich hinstellt und machomäßig aufpumpt. Und sonst nichts. „Wow!“ loben seine Mitspieler. Bürger, der vor allem den musikalischen Esprit und die Gitarrensatire einbringt – so eine verquere und grandios verrückte Interpretation der US-Hymne wie die zu Ehren von Donald Trump hat es seit Jimi Hendrix nicht mehr gegeben – kann also auch den Komiker. Kann eindrucksvoll darlegen, wie man einen Witz desaströs falsch erzählt. 

Mit Rüger und Smilgies (bekannt auch als Kabarettisten-Duo Ulan & Bator) stehen zwei andere Erzkomiker auf der Bühne, die auch vor Kalauern nicht zurückschrecken; „Jogging ist gesund – außer man ist ein Gelenk“. Aber man vernimmt da oder auch die böse Erkenntnis eines Multmilliardäres, dass Neid die Würde der armen Menschen sei. Wer gehört hat, wie das Quartett in Maschinengewehr-Geschwindigkeit bekannte Sätze berühmter Politiker aneinanderreiht, deren Arrangement auf ganz groteske Weise die Sinnsprüche miteinander kommunizieren lässt, wer dann merkt, wie die Sprüche sich auflösen und neu komponiert werden („Blühende Landschaften sind schwul – und das ist gut so“), der weiß: Die Münchner Lach- und Schießgesellschaft ist wieder wer. Sie ist so viel, dass sie in einer Nummer sogar „das neureiche Lerchenfelder Gschwerl“ düpieren darf und im selben Atemzug einer Immobilienbesitzerin auf die Überlegung, ob man nicht Flüchtlinge unterbringen könne, die Worte in den Mund legen darf: „A geh, Flüchtlinge hat doch jeder.“ Vielleicht gerade wegen solcher satirischen Stücke steht der Zuschauer am Ende da und könnte sich schon fragen: „Wer sind wieder wir?“

Andreas Beschorner, Merkur Freising  18.04.2016

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  Münchner Lach- und Schießgesellschaft
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